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Bei 10 Grad, leichtem Niesel und kühlem, böigem Wind startete ich am 15. April 2012 zum ViennaCityMarathon zusammen mit den Halbmarathonis und Staffelläufern zwischen den Hochhäusern der UNO-City kurz nach 9:00 Uhr - trotz dem bescheidenen Wetter war es eine grandiose Atmosphäre an der Donau. Eigentlich sind Glaspaläste nicht schön, doch diese sind wunderschön. Ich saugte die Eindrücke ein. Dann waren wir auch schon auf der Brücke über die Donau. 
Dann kamen wir auf die Hauptallee des Praters und liefen ganz nah am legendären Riesenrad vorbei. 

Später ging es über die Schwedenbrücke in Richtung Innenstadt. Hier lief es sich wie von allein, nicht zuletzt wegen des tollen Gefälles (kleine fiese Steigungen, die nicht immer im angegeben Streckenprofil zu erkennen waren, kamen erst später, zumindest spürte ich sie dann). Am tollsten war es an der Oper: Trommler und feiernde Menschenmengen am Wegesrand. 

Dann waren wir auf dem Weg raus nach Schönbrunn. Am Anfang kam der Naschmarkt, gegenüber lag die Secession. Hier war eine Videowand aufgebaut, auf der ich gerade die Engländerin Paula Radcliffe und der Äthioper Haile Gebrselassie nach ihrem Zieleinlauf auf dem Heldenplatz sah. Sie lieferten sich als besondere Attraktion ein Duell über die Halbmarathonstrecke, dass Haile gewann, obwohl er ihr 8 Minuten Vorsprung beim Start gegeben hatte.

Am Tag zuvor auf der Marathonmesse zwischen Paula und Haile :-)

Zurück aber zu meinem Marathonverlauf: Beim Schloss Schönbrunn sah ich außer der U-Bahnstation nicht viel. Aber auch hier draußen war die Stimmung an der Strecke überraschend gut. Dann ging es wieder zurück in die Wiener City. Jetzt liefen wir an Prachtbauten vorbei. Sightseeing vom Feinsten. Dann ging es auch schon auf die Zielgerade für den Halbmarathon. Ich sah zum ersten Mal im Laufen das Heldentor zum Heldenplatz- nach weiteren 21 km auch für mich nachher das Ziel. 
Beim Parlament empfing mich gegenüber dem Parlamentsgebäude (siehe Foto unten) zum ersten Mal meine Ulli am Streckenrand, bevor es dann am Burgtheater und Rathaus wieder raus der City ging. Hier war es wieder besonders laut.

Dann kam ich auf die lange Gerade am Donaukanal und schließlich zu dem Punkt, wo die Strecke parallel verläuft.  Ab hier sah ich für die nächsten 10 Kilometer die viel schnelleren beziehungsweise später die langsameren Läufer.

Dann kam lange nichts - nur eine elend lange Gerade. Endlich erreichte ich den ersten Wendepunkt am Ernst-Happel-Stadion. Ich durfte auf den Weg zurück. Doch zuvor ging es nochmal eine Schleife zum Lusthaus raus. Nach km 31 war wieder wie verabredet meine Ulli am Streckenrand zur Stelle und schickte mich mit ihren aufmunternden Worten und einem Stück Brezel auf das letzte Viertel des Marathons. 

Endlich war ich dann auch am Lusthaus vorbei (zum Glück hämmerten hier im Park immer wieder aufmunternde Klassik-Klänge aus den Boxen) und auch schon wieder auf dem Rückweg. Diese Geraden zogen sich wie Kaugummi. Ich lief zum dritten Mal am Donaukanal entlang. Ich fühlte mich wie in einer Endlosschleife.  .....

Dann war plötzlich das Heldentor ganz nah. Das war schon sehr genial, auf dieses Tor zuzulaufen, durchzulaufen, auf der anderen Seite rauszukommen - nach 3 Stunden 56 Minuten und 31 Sekunden.  
Das anschließende Gulasch am Abend im Gulaschmuseum hinter dem Stephansdom schmeckte nicht nur mir, sondern auch meiner Ulli, die sich auch stundenlang als Begleiterin durch den eisigen Wind kämpfte.
Am nächsten Morgen besuchten wir noch eine Ausstellung von dem Wiener Maler Gustav Klimt, dessen 150. Geburtstag dieses Jahr in Wien überall groß gefeiert wird - insofern schon passend, da er auch auf der diesjährigen Medaille des Wiener Marathons verewigt wurde.

Nach der Hälfte des Marathons ... endlich mehr Platz!

Etwas verdeckt durch die große Videokamera: beim Zieleinlauf auf dem Heldenplatz der Wiener Hofburg!

 
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